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Upscaling der Algenfarm PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dr. Levent Piker   
Die wachsende Belastung der Küstenregionen der Erde läßt eine nachhaltige Nutzung im Rahmen eines Integrierten Küstenzonenmanagementes (IKZM) auch an den deutschen Küsten immer dringlicher werden. Die Aquakultur, einst Hoffnungsträger für eine Ernährung aus dem Meer, konnte die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen und sieht sich zunehmender Kritik von Umweltverbänden und Konsumenten ausgesetzt. In großem Maßstab wird lediglich eine Art Massentierhaltung zur Produktveredlung durchgeführt, wenn z. B. Lachse mit hochwertigem Mastfutter (meist in der sogenannten Gammelfischerei mit enormen Umweltschäden gewonnen) aufgefüttert werden. Fischfarmen belasten die Küstengewässer meist durch Eutrophierung, Einsatz von Antibiotika und anderen Pharmazeutika und durch Übertragung von Parasiten und Krankheiten auf natürliche Fischbestände.

Gleichzeitig erlebt die Ostsee seit Jahrzehnten eine Verschlechterung der Lebensbedingungen durch Eutrophierung. Eines der Opfer sind die Makrophytenbestände aus Seegras, Braun- und Rotalgen. Wegen der durch Eutrophierung begünstigten häufigeren Planktonblüten nimmt die Lichtversorgung am Meeresgrund ab. Dadurch können die an bestimmte Lichtverhältnisse angepaßten Pflanzen nicht mehr in ihrer angestammten Tiefe wachsen und sind in flacheren Bereiche einem erhöhten Druck durch sommerliche Wasserhöchsttemperaturen und durch Aufwuchs (Epiphyten) ausgesetzt. Das führte dazu, daß u. a. der Zuckertang, Laminaria saccharina, an der deutschen Ostseeküste immer seltener wurde.

Die deutsche Ostseeküste ist in sozioökonomischer Hinsicht durch Tourismus und Landwirtschaft geprägt und gilt als strukturschwacher Raum. Da es gerade in ausserstädtischen Gebieten an Arbeitsplätzen fehlt, können Algenfarmen als nachhaltige Nutzungsmöglichkeit wichtige Impulse für ihre Entwicklung geben. Dabei stehen solche Anlagen nicht in Konkurrenz zur bestehenden Nutzung, sondern könnten sie bei entsprechender Vermarktung ergänzen und unterstützen.

Ziele des Projektes sind insbesondere:
  • Erforschung der wissenschaftlichen Grundlagen für den Aufbau einer Algenfarm mit Laminaria saccharina in der westlichen Ostsee.

  • Ökonomische Nutzung der gewonnenen Makroalgen und ihrer Inhaltsstoffe.

  • Förderung regionaler umweltfreundlicher Produktions- und Vermarktungswege.

  • Schaffung von Arbeitsplätzen.

  • Bereitstellung wichtiger Strukturbildner sowie eines Rekrutierungspotentials für das Phytal im Küstensaum (Steigerung der Artenvielfalt).

  • Minderung der Eutrophierung.

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