Das von der DBU geförderte Projekt EBAMA - Extractive Baltic Aquaculture of
Mussels and Algae - ist am 1.1.2010 mit Volldampf gestartet. In diesem Projekt werden für die extraktive Aquakultur von Muscheln und
Makroalgen Verfahren entwickelt und
Anlagen
konzipiert. Mit diesen Verfahren soll die Wasserqualität verbessert werden, nachhaltige
Meeresprodukte erzeugt und Alternativen zur Überfischung aufgezeigt
werden.
Das Projekt wird zu 53% von der DBU mit EURO 319.341,- gefördert, der andere Teil wird von CRM eigenfinanziert. Die Dauer des Projektes beträgt 3 Jahre.
Die Ostsee ist ein nahezu vollständig
geschlossenes Randmeer, welches für Eutrophierung von Natur aus sehr
anfällig ist. Überdies gehören ihre Küsten zu den am dichtesten
besiedelten der Erde.
Anthropogene Nährstoffeinträge tragen
in der Ostsee zu erhöhten Nährstoffkonzentrationen bei, welche in
verstärkten Planktonblüten, verringerter Transparenz und
Sauerstoffmangel resultieren. Um diese Nährstoffanreicherung zu
mildern und somit die Wasserqualität zu verbessern, müssen (i) die
Einträge verringert und (ii) die vorhandenen Nährstoffe reduziert
werden. Eine Lösungsmöglichkeit bietet die extraktive Aquakultur,
also die Kultur von Organismen, die Nährstoffe aus dem Wasser
aufnehmen. Dieser Ansatz steht in Form einer kombinierten Kultur von
Algen und Muscheln im Fokus von EBAMA.
Wir haben für unser Projekt im
Speziellen die kombinierte Zucht von Braunalgen (Zuckertang,
Saccharina latissima) und Miesmuscheln (Mytilus edulis) an
künstlichen Substraten geplant. Beides sind endemische, häufig
vorkommende Organismen mit hohen Wachstumsraten. Sie benötigen
keinerlei Zufütterung, da sie sich ausschließlich von den im Wasser
befindlichen Nährstoffen ernähren. Durch eine kontrollierte Zucht
von Organismen (Aquakultur) an Langleinen werden die Wildbestände
und ihr natürlicher Lebensraum geschont.
Die Kultivierung dieser
Meeresorganismen eröffnet auch einen Lösungsansatz für ein
weiteres wichtiges Problem der Weltmeere, nämlich der Überfischung.
Knapp ein Drittel der angelandeten Fische endet in Form von Fischmehl
und Fischöl als Futtermittel. Die darin enthaltenen notwendigen
Inhaltsstoffe des Futters für Fisch Aquakultur (langkettige
Fettsäuren) lassen sich statt aus wild gefangenen Fischen auch aus
Miesmuscheln und Algen gewinnen.
CRM züchtet bereits seit 10 Jahren
erfolgreich Zuckertang. Auch die Zucht von Miesmuscheln ist im
westlichen Teil der Ostsee erfolgversprechend. In Studien hat sich
bereits herausgestellt, dass die Wachstumsraten sowohl von Algen als
auch von Miesmuscheln in Anwesenheit der jeweils anderen Art
gesteigert werden konnten.
Die Ergebnisse von EBAMA sollen die
Grundlage für eine umweltverträgliche, ökonomisch und ökologisch
nachhaltig wirtschaftende Aquakultur bilden.
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