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CRM, zwei weitere Biotechnologie-KMU aus Regensburg (Lipofit GmbH) und Berlin (ImaGenes GmbH) sowie drei
namhafte Einrichtungen der Christian-Albrechts-Universität (CAU) aus
Kiel haben sich zu einem Forschungsverbund zusammengeschlossen, um
antitumorale Wirkungen von Algen-Inhaltsstoffen genauer zu untersuchen. In
den vergangenen Jahren konnte das auf Marine Biotechnologie
spezialisierte Kieler Unternehmen Coastal Research & Management
(CRM) in Kooperation mit der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie
des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) zeigen, daß
Inhaltsstoffe verschiedener in der Ostsee heimischer Makroalgen das
Wachstum bestimmter Krebszellen hemmen. Das Wirtschaftministerium des
Landes Schleswig-Holstein hatte dieses Vorhaben zwei Jahre unterstützt.
Die
beiden genannten Vorreiter und weitere Kooperationspartner wollen nun
im Rahmen eines vom BMBF geförderten Projektes (Programm
„KMU-innovativ") Struktur und Wirkmechanismen neu definierter
Inhaltsstoffe aus diesen potenten Algen aufklären. Dabei soll mit
innovativen Methoden der Genom- und Metabolomanalyse die Korrelation
zwischen Wirkstoffgabe und zellulärer Antwort untersucht werden,
einschließlich möglicher synergistischer Wirkungen mehrerer Substanzen.
Zum Verbundteam gehören außerdem die Lipofit GmbH (NMR-Analytik), die
ImaGenes GmbH (Microarray-Techniken), das Pharmazeutische Institut der
CAU und das Institut für Experimentelle Tumorforschung des Krebszentrums
Nord.
Die Vorgehensweise umfaßt mit der Expertise der neuen
Partner ein ausgewähltes Spektrum an Analysemethoden, die unabhängig
voneinander vorhandene Wirkungsmechanismen aufschlüsseln können und in
ihrer Summe ein effizientes und neuartiges Verfahren darstellen.
Präklinische Untersuchungen sollen dabei zur Beschreibung der
Wirkungsweise bei verschiedenen Krebsarten (Gastrointestinaltrakt,
Lunge, hämatologische Tumoren) durchgeführt werden. Dabei liegen
relevante molekulare Mechanismen der Tumorprogression, wie Angiogenese,
Adhäsion und Tumorinvasion sowie (anti-)inflammatorische Aspekte bei der
Tumorbehandlung und Resistenzen gegen Therapeutika im Fokus der
Wirkungstests.
Levent Piker, geschäftsführender Gesellschafter von CRM und
oceanBASIS, begründet die Initiative seines Unternehmens: „Die
Ergebnisse waren so aussichtsreich, daß wir beschlossen, erste Schritte
in Richtung Verwertung zu gehen. Uns war klar, daß dies allein nicht
gehen würde und wir sind sehr froh über die Kooperation mit den anderen
Partnern und natürlich über die finanzielle Unterstützung."
Professor
Holger Kalthoff vom Institut für Experimentelle Tumorforschung des
Krebszentrums Nord ergänzt: „Die Stärke unseres Ansatzes spiegelt sich
im Zusammenschluss von Experten aus zielorientiert abgestimmten Wissens-
und Technologiebereichen: Physiologie, Ökologie und Kultivierung von
Algen, Extraktion, Aufreinigung und besonders die pharmakologische
Bewertung der Substanzen sowie die NMR-Analytik und Microarray-Technik.
Wir erwarten nützliche Erkenntnisse für die translationale
Krebsforschung und haben auch eine hohe Kompetenz für präklinische in
vivo Testungen. In der Vergangenheit sind schon viele Mäuse vom Krebs
geheilt worden ohne anschließenden Erfolg in der klinischen Realität.
Unsere Tumormodelle sind so komplex wie der Krebs beim Patienten
schwierig ist - aber wenn wir da erfolgreich sind, ist die Chance auf
einen weiteren Erfolg in der klinischen Praxis höher"
Eine
wirtschaftliche Verwertung der Projektergebnisse liegt im Verkauf von
Patenten eines oder mehrerer Wirkstoffe, die sich als effiziente
Krebs-Therapeutika eignen könnten. Das Verbundvorhaben wird
voraussichtlich etwa 1,9 Mio. Euro kosten, von denen 1,2 Mio. Euro vom
BMBF gefördert werden. Dieses Projekt ist für CRM das bisher
umfangreichste.
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